Wasser marsch!

Wasser, egal ob beim Händewaschen oder beim Pritscheln in den Wasserschüsseln – die Kinder im Kleinkindermalkurs lieben das nasse Element.
Deswegen haben wir heute – passend  zum Regenwetter draußen – diesem Element gehuldigt:

Wir brauchten pro Kind:
* 1 Wickelunterlage
* Fingerfarbe
* Pinsel
* eine 0,5-Liter Petflasche, in die ich mit einem feinen Bohrer drei Löcher gebohrt habe
* Wasser 🙂
* Ersatzsocken 🙂

Los gehts:
Die Petflaschen mit Wasser füllen und zuschrauben. Jedes Kind darf zuerst mit Fingerfarben auf der weichen Wickelunterlage malen und Farbe verteilen.
(Besonders lustig fanden es die Kinder, mit den nackten bunten Füßen über die weiche Oberfläche zu gehen.)
Dann kommt die Wasserflasche als „Gießkanne“ zum Einsatz und hingebungsvoll quetschen die Kinder das Wasser über die Farbe.

Wasser-Farben

Als Variante haben wir einen Schuss Farbe in die Flasche dazugefügt und mit buntem Wasser gegossen. Die Saugfähigkeit der Wickelunterlage wurde extrem getestet 😉

Das Bild wurde geknautscht, zusammengefaltet und abgedruckt, wieder gegossen, wieder bemalt,…..wodurch spannende Farbverläufe entstanden.

Am Ende habe ich die Unterlage zusammengerollt und gut im Waschbecken ausgewrungen, damit der Trocknungsprozess nicht jahrelang dauert….

Diese Aktion ist auch besonders gut für warme Sommertage draußen geeignet!

nasse Füße, ….ah ich mein nasse Grüße,
Melanie

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Kritzelkratzel und Farbexplosion

Heute ist Montag. „Montag ist Melanie-Tag!“ hat mal ein Kind im Morgenkreis der Kindergruppe auf die Frage nach dem Wochentag geantwortet.
An so einem Melanie-Tag komme ich am Nachmittag in die Kindergruppe zum Malkurs „Kritzelkratzel und Farbexplosion“ – der Name ist Programm 🙂
Neugierige Kinder kommen mir schon beim Eingang entgegen und begrüßen mich mit einem breiten Grinsen, einem freudigen Juchzen und der Frage: „Was hast du heute mitgebracht?“. Denn ich bringe immer ein bestimmtes Material zum Experimentieren mit, das wissen sie schon genau. Es gibt immer eifrige Kinder, die mir helfen, das Malervlies als Bodenschutz aufzubreiten, das Papier aufzulegen und die Malkittel bereitzulegen. Dann kommen auch schon die externen TeilnehmerInnen, die nicht in der Kindergruppe sind, begleitet von ihrer Mama oder ihrem Papa.
Wenn jedes Kind sich einen Platz vorm Papier ausgesucht hat und der Malkittel angezogen ist, gehts los.
Und hier ein paar Blitzlichter aus dem Kinderatelier-Alltag:
(sämtliche Namen sind geändert)


Emma (2,5 Jahre)  und Mia (2,5 Jahre)  ziehen sich am Anfang gleich mal ihre Hosen und Strumpfhosen aus, sie gehen über das Malervlies und entdecken einige feuchte Stellen, an denen Wasser ausgeleert war. Schritt für Schritt kommentieren sie „Nass“…“Trocken“ ….“auch Nass“….. Dann entdecken sie die Pinsel unterschiedlicher Größe und beginnen sich gegenseitig an den Zehen zu kitzeln. Sie bemerken, dass der eine Pinsel besonders weich ist und der andere etwas steifer und härter.

Ich habe Pastellkreiden mitgebracht und Luisa (2 Jahre) verbringt fast die Hälfte der Zeit damit, die Kreiden von ihrer Papierhülle zu befreien. Sie nimmt jede Kreide in die Hand, spürt, ob die Kreide „mit“ oder „ohne“ Papier ist und beginnt mit hingebungsvoll, die Papierhülle runterzuzupfen. Am Ende sind alle Kreiden „ohne“ und sie beginnt zu malen.

Max (2 Jahre) taucht seinen Finger erst zaghaft in die Fingerfarbe, dann wird er immer mutiger, bis seine ganze Hand mit Farbe bedeckt ist. Freudig streckt er seiner Mama die bunte Hand entgegen und klatscht sie dann aufs Papier, immer wieder, bis die Spuren fast nicht mehr zu sehen sind.

Anja (3) liebt es, mit beiden Händen bunte Rasierschaumfarbe aus der Schüssel zu holen und minutenlang zwischen den Fingern zu verreiben, in die Hände zu klatschen und sich daran zu erfreuen, wie die feinen Schaumbläschen auf dem Papier landen.

Ich bringe Äste, Schneckenhäuser, Muscheln, Zapfen und Blätter mit, die die Kinder in den weichen Ton drücken können. Julia (2,5) greift jedes Ding ganz behutsam an, riecht wie selbstverständlich daran und legt es wieder zurück. Hart, weich, rauh, glatt, .. all diese Wörter werden be-griffen.

Luis (3 Jahre) liebt Wasserspiele über alles. Den Schwamm ins Wasser zu tauchen und über dem Seidenpapier am Blatt vor ihm auszudrücken, zu sehen, wie sich kleine Farbflüsse bilden und diese durch Heben des Blattes weiterwandern, löst regelmäßig Freudentöne aus.

Am Ende zupft Magda (2) an ihrem Malkittel, ruft „Aus! Hände wassen“ und läuft zum Waschbecken. Es hat die perfekte Höhe für die kleinen KünstlerInnen und alle Hände – und oft auch Gesicht und Füße werden gewaschen.
Und in den meisten Familien ist der Montag auch Badewannentag, um auch die letzten hartnäckigen Farbspuren zu entfernen ;-).

liebe Grüße
Melanie Mezera

Tonkrake

Riesenkrake und Zombiefriedhof

In den Semesterferien fand wie jedes Jahr  das WienXtra-Ferienspiel im Atelier statt. Heuer wieder unter dem Motto „Gestalten mit Ton“. Für alle neugierigen Eltern, Großeltern und Begleitpersonen, die nicht dabeisein konnten, hier ein kleiner Blick hinter die Kulisse:

Die Tonhubel stapeln sich in einer Ecke des Ateliers, die Schlickertöpfchen, Walzen zum Ausrollen, Modellierstäbchen und –messer stehen bereit. Der Kamin ist eingeheizt und verbreitet wohlige Wärme. Die ersten Kinder kommen, ausgerüstet mit einem Schuhkarton für den Heimtransport der Tonwerke. Langsam füllt sich der Raum… neugierige Blicke, neue Gesichter und altbekannte.
Nach einer kurzen Begrüßung und der Vorstellung des Materials schneide ich für jedes Kind eine Scheibe Ton ab – schon der „Trick“ mit der Schnur zum Trennen des Tons begeistert die Kinder. Kaum liegt der Ton vor ihnen, tasten die kleinen und großen Finger nach dem Material („Der ist ja noch ganz kalt!“,“ Wow, so viel!“), es wird daran geschnuppert und dann bohren sich die Finger ins Material, die Hände rollen den Ton, drücken, kneten und formen ihn. Muster werden reingedrückt und glattgestrichen. Finger ins Wasser getaucht und sanft über den Ton gestrichen.Nachschub wird geholt. Stolz schneiden sie selbst den Ton mit der Schnur ab.
Mit voller Hingabe wenden sich die Kinder dem erdigen Material zu und bei manchen Gruppen ist die Konzentration so hoch, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte, so leise ist es plötzlich, obwohl 19 Kinder im Raum sind.
Auch schon ganz kleine Geschwister dürfen dabei sein und geniessen das Matschen und Kneten: Eine Zweijährige singt während des Gestaltens „Lollen, Lollen, Lollen…“, und „Alle meine Entlein“. 🙂
Stündlich schrumpft der Tonberg im Eck und formiert sich ganz neu am Tisch unter den Händen der Kinder.Es entstehen Kugeltürme, Schalen, Kraken, Klapperschlangen, Minions, Starwars-und Mine-Craft-Figuren, Schneemänner in allen Variationen, ein Zombiefriedhof, Katzen, Hasen, Gekkos, Pferde, Meerschweinchen und Mäuse in Lebensgröße, Höhlen und Türme, ….. .


(Nebenbei klären wir Fragen wie: „Warum schmeißt du Klopapier in den Ofen?“ – gemeint waren die Holzbriketts, die in ihrer Form tatsächlich einer Klopapierrolle ähneln….oder „Was ist das?“  – gemeint ist meine bestimmt 100 Jahre alte Schreibmaschine gefolgt von der Frage „Wie kann man da löschen?“.)
Nach einer Stunde („Was, es ist schon vorbei !?!?“)  packen die Kinder stolz ihre Werke in die mitgebrachten Schachteln – bei manchen Kindern waren die Augen größer als der Karton, aber  wir haben immer eine Lösung gefunden, um alle Sachen gut zu verstauen. Und für viele Begleitpersonen hat der Heimtransport der Tonwerke den Besuch im Fitnessstudio erspart, so schwer mussten sie tragen 😉

Hier gibts noch mehr Fotos….

Liebe Grüße,
Melanie

Freude

Ein Glas voller Freude!

Mit viel Freude hab ich die letzten Tage verbracht….Freude über den 6. Geburtstag meines Unternehmens, Freude über die strahlenden Herbsttage, Freude über überraschende Begegnungen, …. .
Es gibt auch immer wieder Tage, wo sich die freudvollen Momente zu verstecken scheinen und für solche Tage ist es hilfreich, auf einen Freudevorrat zurückgreifen zu können.

Zwei Möglichkeiten, einen solchen Vorrat anzulegen, möchte ich Dir heute vorstellen:

* Freudentagebuch:
Wähle ein hübsches Notizheft oder -buch, dessen Anblick Dir schon Freude beschert.
(Besonders viel Freude beschert ein selbstgemachtes Notizbuch ;-))
Schreibe jeden Abend mindestens drei freudvolle Momente des Tages auf. Das können schon ganz kleine Dinge sein, z.B. Freude an einem nährenden Frühstück, die wärmenden Sonnenstrahlen auf dem Gesicht, eine herzliche Umarmung,… .

* Ein Glas voller Freude:
Suche Dir ein hübsches Glasgefäß (nicht zu klein!) mit Deckel. Du kannst es mit einem Etikett mit der Aufschrift „Freude“, o.ä. verzieren, was immer Dir Freude macht, ist erlaubt.
Und Du brauchst viele (bunte) Papierstreifen.
Beschrifte jeden Abend mindestens drei Streifen mit je einem freudvollen Erlebnis des Tages. Falte die Streifen und wirf sie in das Glas. Du wirst sehen, wie das Glas täglich voller wird 🙂

Und wenn es mal einen nicht so freudvollen Tag gibt, kannst Du Dich an Deinen Vorräten laben, indem Du die Zettel oder Tagebucheinträge nachliest.

(Achtung: Der Umstand, dass Du so einen Vorrat anlegst, könnte dazu führen, dass Du viel mehr Augenmerk auf die freudvollen Momente des Lebens legst und Du im Lauf der Zeit deutlich mehr als drei Dinge pro Tag entdeckst 🙂

freudige Grüße
Melanie

P.S. Das Titelbild stammt übrigens aus dem wunderbaren Pop-Up-Buch
„Das Farbenmonster“ von Anna Llenas. (Danke an Elvira für den Tipp :-))

Monster

Alles steht Kopf …

… bei Riley, einem 11jährigen Mädchen aus Minnesota, das mit ihren Eltern nach San Francisco umziehen muss. Und das zieht eine Menge emotionales Chaos mit sich.
Im neuen Pixar-Film „Alles steht Kopf“ dürfen wir einen Blick in Rileys Gehirn werfen und sehen, wer da in der emotionalen Kommandozentrale die Register zieht:
Die vor lauter Glück herumspringende Freude, die rote Wut, bei der regelmäßig Feuer aus dem Kopf steigt, der grüne Ekel, der schon beim Anblick von Brokkoli das Gesicht verzieht, die zitternde Angst, die einen ganzen Aktenstapel eventueller Gefahren angelegt hat und Kummer, der sich mit letzter Kraft durchs Leben schleppt (oder schleppen läßt) und an seiner Daseinsberechtigung zweifelt.

Die heutige Anregung für Dich ist, Deine persönliche Kommandozentrale zu gestalten.
Du kannst sie malen, als Collage gestalten, aus Ton formen,…..

* Wie schaut Deine Freude, Wut, Angst, Ekel, Traurigkeit aus?
* Gibt es noch weitere MitarbeiterInnen (z.B. Neugier, Überraschung, Neid, Scham, Hoffnung…)?
* Wer hat wann das Kommando?
* Gibt es Ähnlichkeiten zwischen manchen Gefühlen?
* Welches Gefühl ist Dir besonders vertraut?
* Welches Gefühl möchtest Du lieber vom Kommandopult verbannen?
* Gibt es Situationen, in denen sich mehrere Gefühle ums Kommando streiten?
* Vielleicht möchtest Du einen Dialog zwischen zwei Gefühlen führen lassen?

Wie Du siehst, gibts ganz viele Fragen und Impulse zu dem Thema, deshalb
wird es dazu in nächster Zeit noch einige Blogartikel geben 🙂
liebe Grüße
Melanie

Farben sammeln

„Frederick“ von Leo Lionni ist immer noch eine meiner Lieblingsgeschichten,
vorallem an trüben Herbsttagen. Frederick, die kleine Maus, sammelt nämlich
statt Körnern, Nüssen und Stroh lieber Sonnenstrahlen, Farben und Wörter
für den Winter. Anfangs von den anderen Mäusen belächelt, sind sie an den
kalten Wintertagen froh über Fredericks Vorräte.
Deshalb möchte ich Dich heute zum Farben sammeln einladen:

In Baumärkten gibt es diese Farbkarten in der Malerabteilung zur freien Entnahme:

Farbkarten
Sie zeigen unzählige Farbschattierungen und eignen sich deshalb wunderbar, um daraus eine farbenprächtige Collage zu zaubern.
Du brauchst dazu nur Farbkarten, Zeichenpapier, Klebstoff und Schere.
Und schon kanns losgehen:
Schneide beliebige Formen aus den Karten aus (alternativ eignen sich Motivstanzen – vorallem für Kreise sind die sehr praktisch)  und füge sie zu einem neuen Farbmosaik zusammen. Als Farbverlauf, als Farbspirale, bunt durcheinandergeWÜRFELt, …. alles ist erlaubt.

Diese Übung lässt sich auch wunderbar mit meiner Buchfoliencollage kombinieren.

Noch mehr Inspirationen zum Gestalten mit diesen Farbkarten
hab ich hier für Dich gesammelt 🙂

bunte Grüße,
Melanie

Mini-Notizhefte

DIY-Mini-Notizhefte

Diese kleinen feinen Notizhefte sind ganz schnell selbst gemacht und eignen sich als nettes Mitbringsel, Last-Minute-Geschenk oder Goodie für die Schultüte.

Du brauchst:

  • Papier für die Innenseiten (z.B. Kopierpapier, Zeichenpapier), ca. 10 Blatt
  • buntes Papier für den Einband (z.B. Tonpapier, selbst bemaltes Papier, Tapetenrest)
  • Schere, Lineal, Bleistift
  • Gummiband
  • Nähmaschine oder eine dickere Nadel und Stickgarn

So gehts:

  • Bereite das Papier für die Innenseiten vor. Ich habe für meine Notizhefte 10 Blatt á 9 x 18 cm zugeschnitten. Falte jedes Blatt in der Mitte und schiebe die Einzelblätter ineinander.
    Innenseiten
  • Schneide für den Einband ein Blatt buntes Papier zu. Jeweils 1 cm höher und 2 cm länger als die Maße der Innenseiten, also in meinem Fall 1 Blatt mit 10 x 20 cm. Falte es ebenfalls in der Mitte.
  • Schneide ein Gummiband in der benötigten Länge zu: 1 x die Länge des Einbandes plus Zugabe zum Verknoten. Ich habe 25 cm Gummi verwendet.
  • Lege die Innenseiten zentriert in den Einband.
  • Nähe entlang des Mittelfalzes alle Seiten zusammen, lege bei der Hälfte der Naht das Gummiband unter und nähe es gleich mit.

Notizhefte2 Naht

  • Schließe das Heft und verknote das Gummiband um das Heft. (nicht zu straff, damit das Papier nicht einreisst)
  • Fertig ist das Mini-Notizheft!

Mini-Notizheft

Variante ohne Nähmaschine:
* Zuschnitt und Falzen der Innenseiten und des Einbandes wie oben.
* Markiere am Einband entlang des Falzes drei Punkte: einen in der Mitte, jeweils recht und links davon einen Punkt zwischen Mitte und Außenkante.
* Schneide Dir ein Stück Garn oder dünnen Gummi ab (2 x die Länge des Einbandes) und fädle ihn in eine passende Nadel.
* Lege die Innenseiten zentriert in den Einband, öffne das Heft vorsichtig und stich an allen drei markierten Punkte mit einer Pinnadel durch alle Seiten, um die Nählöcher vorzustechen. Tipp: Als Unterlage kannst Du ein Stück Kartonrest verwenden.
* Stich nun mit der Nähnadel im mittigen Loch von außen nach innen, dann zum rechten Loch nach außen, von außen nach innen ins linke Loch und von innen nach außen beim mittigen Loch. Hier eine kleine Skizze zur Veranschaulichung:
Nähen
Nun sollten beide Ende beim mittigen Loch nach außen hin liegen. Straffe den Faden bei Bedarf und verknote die Enden rund um den gespannten Faden. Wenn Du das Heft nicht verschließen magst, kürze die Fäden. Oder verknote die Fäden rund ums Heft, damit Du es schließen kannst.
Viel Spaß beim Nachbasteln!
liebe Grüße
Melanie

P.S. und wer Lust hast, aufwändigere Buchbindetechniken kennenzulernen, kann gern zu einem meiner Buchbindeworkshops kommen 🙂