Spitzmaus im Sarg und Schweine im Setzkasten – Gedanken über das Sammeln

„Haben Sie etwas Grünes?“ fragten Wes Anderson und Juman Malouf verschiedene KuratorInnen des Kunsthistorischen Museums in Wien für ihre aktuelle Austellung „Spitzmaus Mummy in a Coffin and other Treasures“. Und so reihen sich in einem Raum ein Smaragdschiff, japanische Masken, Spielkarten, eine Ananasschale, Federnschmuck und Malachiten neben anderen grünen Schätzen aneinander.

Mit einem ganz neugierigen Blick haben die beiden sämtliche Sammlungen des Hauses durchforstet und Ausstellungsstücke in eine ganz neue Ordnung gebracht. Neue Zusammenhänge hergestellt, Gemeinsamkeiten gefunden und einen neuen Blick eröffnet.

Mich hat die Ausstellung zum Staunen gebracht und mich zu verschiedenen Gedanken  rund ums Thema Sammeln und Ordnen inspiriert, die ich hier wie Ausstellungsstücke aneinanderreihen möchte.
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Mit neuem Blick auf Gewohntes habe ich mich in meiner Wohnung und meinem Atelier umgeschaut und zum Jahreswechsel Schweinchen gesucht. Ich war erstaunt, wie fündig ich dabei geworden bin. Daraus ist ein kleines Jänner-Stilleben entstanden:

schweinesammlung

Schweinchen aus Holz, Kunststoff, Metall, Stoff, Marzipan, Keramik, Papier – als Spielzeug, Brosche, Glücksbringer, Karte, Spielfigur oder Kuscheltier haben sie zumindest temporär ein Zuhause in einer Lade meines Druckerschrankes gefunden. Temporär weil Marzipan (hallo Naschkatze :-)) oder weil ich sie aus der Spielzeugkiste meiner Tochter geborgt habe.
Mal sehen, was sich als nächstes darin sammeln möchte.
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Nicht nur rund um ein Thema (z.B. Schweine, Tiere, Pflanzen) lässt sich sammeln und ordnen. Gemeinsame Kriterien können eine bestimmte Größe, ein bestimmtes Material (z.B. Dinge aus Holz), eine Farbe (z.B. nur grüne Dinge), eine Form (z.B. nur runde Dinge) oder eine bestimmte Zeit (z.B. Dinge aus meiner Jugend) sein.
Vielleicht möchtest Du auch mal eine temporäre Sammlung mit Dingen aus Deiner Umgebung anlegen und Dich überraschen lassen, was Du alles findest.
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Den Fokus auf Gemeinsamkeiten legen und nicht auf Unterschiede.
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Bücher rund ums Thema sammeln, die ich inspirierend finde:
* Mein wunderbares Sammelbuch von Nina Chakrabarti
* Die Sachensucher von Keri Smith
* Wie man sich die Welt erlebt von Keri Smith
* Frederick von Leo Lionni
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Apropos Bücher: ich habe mein Fachbuch-Regal nach Farben geordnet :-), weils einfach schön ausschaut und obwohl es oft länger dauert, bis ich ein Buch finde, stolpere ich oft auch über Bücher, die ich bereits vergessen hatte 🙂
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Und noch einmal apropos Buch: Ein handgemachtes Buch ist eine wunderbare Möglichkeit, Ideen, Erinnerungen, Gedanken, Fotos oder ….. zu sammeln und neu zu ordnen.
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„Wir sammeln uns…“ hat mein Deutschprofessor immer gesagt, wenn die Klasse zu laut und unruhig war. Hat zwar nicht wirklich geholfen diese Ansage seinerseits, aber prinzipiell hat die Formulierung Berechtigung. Wenn wir uns ordnen und sammeln, führt das zu mehr innerer Ruhe und Klarheit. Auch in der Kunsttherapie kann so ein Ordnen und Sammeln sehr spielerisch erfolgen. Gedanken, Gefühle, körperliche Empfindungen,…können symbolisch zum Ausdruck gebracht werden (z.B. in einem Bild, einer Tonarbeit, einer kleinen Figur,….) und sind dann mal draussen. Allein dieser gestalterische Prozess ist sehr klärend. Im Anschluss können neue Zusammenhänge, neue Blicke und neue Erkenntnisse entstehen.
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So, das waren nun einige Gedankensplitter zum Thema „Sammeln“. Ich freue mich, wenn Du Deine Gedanken und Geschichten dazu als Kommentar hinterlässt und so die Ausstellung erweiterst :-)!

liebe Grüße,
Melanie

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