Das Hohlhippendilemma

An den heißen Sommertagen im August habe ich mich ja fast nur von Wassermelone und Eis ernährt. Als ich eines Tages mit meiner Mama bei einem Eis sitze, stellt sie mir einfach so zwischen einem Löffel Himbeereis und einem Löffel Haselnusseis die Frage „Wenn Du noch eine Hohlhippe in Deinem Eis hättest und die Valentina würd dich fragen, ob sie die haben darf, was würdest Du tun?“ [Anmerkung: Meine Tochter ist 10 Monate alt und noch nicht im Hohlhippenalter ;-), also erstmal Gedankenexperiment]. Scheinbar harmlose Frage und dennoch kommt sie mir vor wie eines der moralischen Dilemmata aus der Psychologie (z.B. Ein alter Mann, ein Baby und eine schwangere Frau fallen ins Wasser und drohen zu ertrinken. Wen rettest Du zuerst?).
Ich sag „Kommt drauf an… wenn ich selber noch Lust auf Hohlhippe hab, ess ich sie selber.“ [Anmerkung: Ich finde Hohlhippen ziemlich unwiderstehlich, also ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Hohlhippe teile,  eher gering :-)] Meiner Mama bleibt ihre Eiswaffel fast im Hals stecken und sie ist entrüstet über meine Antwort.

Kennst Du diese unausgesprochene Erwartung der totalen Selbstlosigkeit? Zurückstecken der eigenen Bedürfnisse scheint ganz oben in der Job-Description einer Mama zu stehen. Natürlich lasse ich mein Baby auch nicht hungrig weinen, während ich mich mal entspannt aufs Sofa lege und ein Buch lese. Das geht nämlich gar nicht. Und doch merke ich, dass ich oft an meine Grenzen komme.

Eines meiner Bedürfnisse, das schnell zu kurz kommt, wenn ich nicht bewusst drauf schaue, ist das Bedürfnis nach Zeit nur für mich.
Zeit für mich, um mich wieder zu ordnen, zur Ruhe zu kommen, mich mal nur um mich kümmern zu dürfen. Danach bin ich wieder ausgeglichener, belastbarer und geduldiger… also alles, was meiner Tochter und meinem Partner auch wieder zugutekommt. Und die beiden genießen ihre Zeit zu zweit ja auch 🙂
Ich sage ja immer, Selbstfürsorge ist Umweltschutz – wenn ich nicht genug Zeit für mich allein habe, dann mutiere ich zu einem unausstehlichen „Grant-scherm“ und das will ich meinem Umfeld ersparen 😉
Deshalb sage ich: Auch Mütter haben ein Recht auf Hohlhippen 🙂 oder was auch immer sonst.

Wie geht´s Dir im Umgang mit Deinen Bedürfnissen?
Woran merkst Du, dass Du eine Auszeit bräuchtest?
Wie schöpfst Du neue Kraft für den Mama-Alltag?

Für alle Mamas, die sich eine Auszeit gönnen wollen, habe ich ein neues Angebot im Atelier: Mama macht blau
Schau mal hier rein, wenn Du mehr darüber erfahren möchtest.

liebe Grüße,
Melanie

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